Die CSU-Fraktion begrüßt selbstverständlich die überfällige Einführung eines Testbetriebs für vier Expressbuslinien im Stadtgebiet. Schließlich hatte sie bereits im März 2015 im Stadtplanungsausschuss die so wörtlich „unmittelbare Ausplanung einer Schnellbus-Linie auf der Nord-Südachse der bereits verfügbaren bzw. bereits geplanten Stadtbahntrasse zwischen Alex-Center und DEZ zur Galgenbergbrücke, über die neue FOS/BOS und den Uni/OTH-Campus bis zum neuen Fußballstadion und potenziell Uni-Klinikum“ beantragt.

Umso erstaunter zeigt sich die CSU-Fraktion nun darüber, dass ihr Vorschlag 2015 in Bausch und Bogen von der bunten Koalition abgelehnt worden ist, und nun nach zwei verlorenen Jahren scheinbar über die Hintertür wieder eingeführt werden soll. „Allerdings als Stückwerk!“, wie Fraktionschef Dr. Josef Zimmermann kritisiert, soll doch im jetzigen Expressbus-Testbetrieb der Stadtnorden nicht berücksichtigt und somit faktisch übergangen werden. Gesamthaft werde damit rund 1/3 der Regensburger Bevölkerung von dieser Maßnahme abgehängt.

„Die bunte Koalition macht wieder einmal nur halbe Sachen“, beklagt Stadträtin Bernadette Dechant. Dem stimmt auch ihr Kollege Markus Jobst zu, der als CSU-Betreuungsstadtrat im Regensburger Norden fungiert: „Der Norden ist einmal mehr der Dumme, weil er von diesem ÖPNV-Pilotprojekt völlig losgelöst ist. Die Untersuchung zur Liniennetzanbindung im Norden ist schon zwei Jahre alt und nichts ist passiert. Es stellt sich die Frage, wann überhaupt etwas für das nördliche Regensburg geschieht.“ Selbst der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Rappert und sein Stellvertreter Thomas Thurow, beide wohnhaft im Stadtnorden, würden auf diese Weise ihren Stadtteil auch im Hinblick auf eine bessere ÖPNV-Anbindung im Stich lassen, so die CSU-Politiker.

Schlegl bekräftigte erneut die Notwendigkeit einer Stadtbahn vom Norden über Hauptbahnhof und Hochschul-Campus bis Burgweinting. Da durch die vorausschauende Politik in früheren Jahren die Infrastruktur dafür bereits vorhanden sei, gibt es überhaupt keinen Grund diesen bedeutenden Bevölkerungsanteil im Stadtnorden von einer sinnvollen Übergangslösung wie dem Expressbus auszuschließen.

„Eine Anbindung an den Expressbus-Testbetrieb könnte zugleich zeigen, ob auch eine Stadtbahn funktionieren und von den Bürgern angenommen würde“, ist sich Schlegl sicher. „Durch den günstigeren Wohnraum im Norden wohnen dort viele Studenten, junge Familien und Senioren. Eine gute ÖPNV-Anbindung wäre ein Anreiz, vom Auto auf die Öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.“