Als Konsequenz aus der Korruptionsaffäre verlangt die CSU-Fraktion, dass der Stadtrat künftig über verwaltungsinterne Abläufe besser oder überhaupt informiert wird. „Hat der OB gegen den Rat der Verwaltung einen Bebauungsplan oder eine Baugenehmigung abgesegnet? Wo werden Vorkaufsrechte geltend gemacht? Darüber wollen wir künftig detailliert informiert werden“, sagt der Fraktionsvorsitzende Dr. Josef Zimmermann nach der Klausurtagung der CSU-Stadträte. Rückblickend verlangt die CSU-Fraktion Auskunft darüber, in welchen Fällen die Stadtspitze in den letzten 5 Jahren gegen den ausdrücklichen Rat der Verwaltung agiert hat.

Bauvorhaben der drei beschuldigten Bauträger sollen nach dem Willen der CSU generell vorab dem Stadtrat zur  Abstimmung vorgelegt werden. Die Fraktion erneuerte auch einen Grundsatzbeschluss, wonach sie Vorhaben zur Schaffung von Baurecht der drei beschuldigten Unternehmen bis zu einer rechtlichen Klärung der Vorwürfe generell nicht mehr zustimmen kann.

Ein Anliegen verfolgen die CSU-Stadträte hartnäckig: Nachdem die CSU-Fraktion 2014 gegen die fragwürdige Vergabe des Nibelungenkasernenareals an SPD-Parteispender Tretzel bei der Regierung der Oberpfalz Beschwerde eingelegt hatte, griff OB Wolbergs zu rigiden Mitteln: Im Grundstücksausschuss wird den Stadträten seitdem bei der Abstimmung von Grundstücksvergaben nur noch der Preis, nicht aber der Name des Bauträgers genannt. Die Stadträte sind also vor der Abstimmung nicht hinreichend über den Tagesordnungspunkt informiert, über den sie abstimmen sollen. Dies stellt ganz klar einen Verstoß gegen die Gemeindeordnung dar. „Diese Regelung führt bis heute auch Frau Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer fort - wir verlangen, dass diese anonymen Grundstücksvergaben sofort beendet werden und der Stadtrat vor der Abstimmung wieder weiß, an wen die Stadt Baugebiete vergibt“, so Dr. Zimmermann