CSU-Fraktion rät zur Weitsicht im Hinblick auf die Erweiterung der Container-Kapazität für den Hafen und fordert die Offenlegung des Hafenentwicklungsplans
 
Bezüglich des derzeitigen Umgangs seitens der Stadt hinsichtlich der Container-Kapazität im Zuge des kombinierten Verkehrs auf Schiene, Straße, Wasser, äußert sich die CSU-Fraktion unzufrieden mit den derzeitigen Plänen.

„Für die Stadt Regensburg werden zentrale Chancen vertan, wenn der Container-Terminal an der vorgesehenen Stelle im Hafen erweitert wird, da genügend Fläche dafür im Osthafen zur Verfügung steht, mit bereits bestehender entsprechender Anbindung an Schiene, LKW-Verkehr und Wasser“, schildert Bernadette Dechant, Stadtteil-Stadträtin der CSU im Regensburger Osten die infrastrukturelle Lage.

Der derzeit vorgesehene Terminal stehe an der falschen Stelle, nämlich etwa zwei Kilometer vom Domplatz entfernt und damit quasi mitten in der Stadt, so Dechant weiter. In diesem Bereich gebe es keine vernünftige Verkehrsanbindung und durch den Rangierbetrieb werde der Nordkai mehrmals am Tag für längere Zeit von der Zufahrt und Abfahrt abgekoppelt. Die Rettungswege seien dadurch ebenfalls blockiert. Im Notfall hieße das, dass etwa bei Staubexplosion, Bränden oder schweren Unfällen dann während des Rangierbetriebs keine Zufahrt zum Nordkai möglich sei. Ebenso sei eine vernünftige Zufahrt zur Osttangente nicht gewährleistet, da die Bahnunterführung zu schmal sei, zählt Dechant einige der Kritikpunkte auf.

Hinzukomme, dass in naher Zukunft bis zu 5000 Menschen im Marina-Quartier leben werden, die viel Geld für diesen Wohnraum ausgegeben hätten, und nun damit rechnen müssten, in Zukunft durch den Rangierbetrieb erheblich belästigt zu werden. „Außerdem sind hier seit vielen Jahrzehnten Menschen zuhause, deren Bedürfnisse an Wohn- und Lebensqualität berücksichtigt werden müssen. Für die Stadtplanung müssen die gesunden Lebensbedingungen der Menschen an oberster Stelle stehen“, fordert Dechant zusammen mit ihren CSU-Kollegen Fraktionschef Hermann Vanino, Dr. Josef Zimmermann und Christian Schlegl.

Zimmermann ergänzt, dass die Verfügbarkeit von Flächen am Osthafen nicht gesichert sei. „Natürlich befürwortet die CSU-Fraktion die Erweiterung der Container-Kapazitäten. Dabei müssen aber die Regensburger Besonderheiten mit zwei Standorten kritische gesehen werden“, gibt Zimmermann zu bedenken. Der Hafen zementiere zum jetzigen Zeitpunkt seine eigene Entwicklung, noch bevor der Hafenentwicklungsplan von der Stadtverwaltung offen gelegt worden sei, wirft  Zimmermann in die Waagschale.

Interessant sei, dass SPD-Mann Norbert Hartl der CSU-Fraktion in der Sitzung bei den Problemfeldern Lärm und Verkehr der Hafenentwicklung inhaltlich zugestimmt habe, ebenso bei allen Punkten des CSU-Antrags, die unter anderem wie folgt lauten: 
1. Der der Stadtverwaltung vorliegende Hafenentwicklungsplan ist offenzulegen.

2. Die Maßnahmen zum Lärmschutz und zur Reduzierung des LKW-Verkehrs in der Prinz-Ludwig-Straße und am Auweg sind darzulegen.

3. Die vorgesehene Neuordnung der ostseitigen Erschließung des CDN-Geländes für Bahn und LKW ist darzustellen.

In der Antragsbegründung heißt es unter anderem, „dass der seit längerer Zeit der Stadtverwaltung vorliegende Hafenentwicklungsplan (Ergebnis gemeinsame Abstimmung zwischen Stadtverwaltung und Bayernhafen GmbH) offen zu legen ist. Insoweit ist zu berücksichtigen, dass der Hafenentwicklungsplan bereits ein Konzept zur Weiterentwicklung des vorhandenen Containerterminals der CDN am Westhafen enthalten soll.“

Zudem sind „insbesondere die vorgesehenen Maßnahmen zum Lärmschutz und zur Reduzierung des LKW-Verkehrs am Auweg und in der Prinz-Ludwig-Straße darzulegen.“
 
„Um bei den genannten Punkten alle Interessen berücksichtigen zu können, halten wir es für erforderlich, vor einer abschließenden Entscheidung eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu gründen und mit der Angelegenheit zu befassen“, fordern Schlegl, Dechant, Zimmermann und Vanino seitens der CSU-Fraktion.