CSU-Fraktionschef Hermann Vanino macht nach den Diskussionen der letzten Tage um die Vergabe der Nibelungenkaserne an einen Investor, der nicht das günstigste Angebot lieferte, deutlich, dass die Verharmlosung und Bagatellisierung des gesamten Vorgangs seitens des Oberbürgermeisters und auch der SPD sehr enttäuschend sei. 

„Die Wahrheit ist, dass die jungen Familien und die mittleren Leistungsträger der Gesellschaft die Leidtragenden dieser Vergabe sind“, kritisiert Vanino.

Die vom Oberbürgermeister klein geredeten 90 Euro Unterschied seien nur der geringste Teil der Beschwerde, die die CSU bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht hat.

„Letztlich summieren sich die Mehrkosten für die Bürger, die später dort Käufer und Mieter sind, wie folgt: Das beste Angebot eines Investors wäre 3.300 Euro Verkaufspreis pro Quadratmeter gewesen. Den Zuschlag erhielt jedoch das Angebot, bei dem der Verkaufspreis pro Quadratmeter bei 3.490 Euro liegt. Aus diesen 190 Euro Mehrpreis ergeben sich letztendlich 4,56 Millionen Mehrkosten für die Käufer“, rechnet Christian Schlegl vor, der für die CSU-Fraktion im Planungsausschuss sitzt.

„Dies ist nicht geringfügig“, empört sich Fraktionsmitglied MdL Dr. Franz Rieger. Allein der angebliche 90-Euro-Schreibfehler in der Beschlussvorlage koste die späteren Käufer 2,16 Millionen Euro.

Der Investor stecke hier die Mehrkosten ein, die Zeche bezahle aber letztlich der Bürger mit einem erhöhten Preis, so die CSU-Stadträte.

Für eine kleine junge Familie sei oft ein minimaler Differenzbetrag entscheidend, ob sie sich eine eigene Wohnung leisten können. Bei einer 75 qm-Wohnung wären das aufgrund der Vergabe an den um 190 Euro teureren Investor ein Mehrbetrag von 14.250 Euro.

„Auch der von Wolbergs als geringfügig dargestellte höhere Mietpreis ist ein Schlag ins Gesicht der kleinen Leute“, betont Vanino.

In einer einfachen Rechnung dargestellt, bedeutet dies: 60 Cent Mietkosten pro Quadratmeter Unterschied bei einer 75 qm-Wohnung ergeben 45 Euro Unterschied bei der Basismiete. „Gerade hier wären die Bürger dankbar, wenn sie sich das sparen könnten. Dies wäre auch möglich gewesen. Die Stadt hat dies durch die Vergabe kaputt gemacht“, legen Vanino, Rieger und Schlegl den Finger in die Wunde.

Verwunderlich sei dieses Vorgehen umso mehr, als sich alle Parteien im Wahlkampf massiv für die Stärkung des Genossenschaftsbaus ausgesprochen hätten. Oft sei in der Vergangenheit der Zuschlag an den nicht wirtschaftlichen Angeboten der Genossenschaften gescheitert. „Bei der Nibelungenkaserne hatten wir den Glücksfall einer sehr potenten und hoch angesehenen Genossenschaft, die zudem auch noch das beste Angebote abgegeben habe, nämlich die Wohnungen mit moderaten Mieten langfristig im Bestand zu halten und sie nicht mittelfristig teuer zu verkaufen“, so Vanino. Gerade vor diesem Hintergrund sei die Vergabe unmoralisch und unverständlich und gehe in jedem Fall zu Lasten der Bürger.