Für eine Triathlonveranstaltung durch die Firma Purendure GmbH & Co. KG gibt es nach der fristlosen Kündigung der Challenge-Dachmarke nach Ansicht der CSU-Stadtratsfraktion keine Grundlage mehr. „Unserer Meinung nach ist die Vertragsgrundlage weggefallen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Dr. Josef Zimmermann.

„Die Veranstaltung war unter der Marke Challenge bereits ein Flop, als Eigenveranstaltung des Ehepaars Tajsich wird es noch schlimmer.“ Die Challenge-Familiy GmbH hatte den Vertrag mit dem Ausrichter der Regensburg Challenge, der Purendure Event GmbH & Co.KG, mit sofortiger Wirkung gekündigt. Hintergrund sind Vertragsstreitigkeiten und eine bereits laufende juristische Auseinandersetzung zwischen der Challenge-Dachmarke und den Regensburger Ausrichtern, dem Ehepaar Thomas und Sonja Tajsich. In einem Interview auf dem YouTube-Kanal Triathlon-Szene.de hatte sich Thomas Tajsich am 26. Oktober in einem 45-minütigen Interview ausführlich zur Challenge Regensburg geäußert. Wörtlich sagt Thomas Tajsich in dem Interview: „Wir bringen einfach nicht genügend Teilnehmer nach Regensburg auf der Langdistanz, damit die Stadt zufrieden ist.“ OB Wolbergs hatte in der Stadtratssitzung vom 26. Februar 2015 gesagt, er rechne mit bis zu 3000 Teilnehmern, mit 2000 sei er zufrieden. Inzwischen ist die Rede von wenigen hundert Startern. Thomas Tajsich erklärte in dem Interview auch, dass die Marke Challenge gegenüber der Ironman-Serie deutlich abfalle. In der Tat steht inzwischen außer Frage, dass die Ironman-Rennen ungleich erfolgreicher sind als die Veranstaltungen der Challenge-Family. Auch Organisator Tajsich erklärte in dem Interview wörtlich: „Es ist die Frage, ob das Challenge-Label überhaupt etwas bringt.“ Bisher rechtfertigten der Ausrichter Tajsich und die Stadtspitze den hohen finanziellen Zuschuss aus Steuergeldern (rund 1,5 Mio Euro) jedoch stets mit dem Imagegewinn, den die Challenge der Stadt Regensburg bringe.

Im Übrigen hat die Stadt Regensburg eine Mitteldistanz stets abgelehnt, weil die Teilnehmer früh anreisen und abends abreisen können und ein Mehrwert für Hotel- und Gastgewerbe dadurch nicht vorhanden sei. Nun erklärte Thomas Tajsich, dass Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer und Sportreferent Hage eine Mitteldistanz bewilligt hätten. Die CSU-Stadtratsfraktion nimmt dies erstaunt zur Kenntnis, denn bis heute haben Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer und Sportreferent Hage den Stadtrat über diese Änderung nicht informiert. „Es ist fraglich, ob der ursprüngliche Beschluss eine solche Änderung zulässt, eine erneute Abstimmung im Stadtrat ist erforderlich. Es ist auch zu klären, ob sich daraus negative Auswirkungen auf den ehrenamtlichen Regensburger Veranstalter TriStar ergeben.“ erläutert der Sprecher der CSU-Fraktion im Sportausschuss, Jürgen Eberwein.

In der Mittelbayerischen Zeitung vom 11. August 2016 kündigt Thomas Tajsich an, dass die Challenge Regensburg im Jahr 2017 die Europameisterschaft austragen wird. Dazu kam es nicht. Zuletzt kündigte die Purendure GmbH die Europameisterschaft für den 12. August 2018 an. In dem besagten Interview erklärte Thomas Tajsich nun, er habe keinen Vertrag für die Austragung der Challenge-Europameisterschaft. „Ein solches Verhalten ist unseriös und schadet der Stadt mehr als es bringt, zumal auch Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer und Sportreferent Hage dies in der Sitzung am 20.09.17 bestätigt haben.“, so Zimmermann weiter.

In dem Interview sagt Veranstalter Thomas Tajsich zur Challenge Regensburg wörtlich: „Warum tu´ ich mir das an, den Scheiß. Ich ärgere mich ein ganzes Jahr lang.“ Diese Äußerungen sind nach Meinung der CSU-Fraktion hochgradig fragwürdig hinsichtlich des Ziels, ein positives Medienecho und einen Imagegewinn für die Stadt zu erzielen. Auch im Vertrag zwischen der Stadt Regensburg und der Purendure GmbH heißt es wörtlich: „Die Vertragsparteien verpflichten sich einander zu gegenseitigem Respekt, Wohlverhalten und Loyalität.“ 

In der Sitzung des Sportausschusses am kommenden Donnerstag wird die CSU-Fraktion folgende Fragen stellen:
1. Will die Stadt Regensburg an dem Vertrag mit der Purendure GmbH festhalten?
2. Erfahrungsgemäß legen die Athleten ihr Wettkampf-Programm annähernd ein Jahr vorher fest, es müssten also bereits verlässliche Zahlen vorliegen. Wie viele Startermeldungen für die Langdistanz hat die Challenge Regensburg für 2018?
3.  Sieht die Stadt Regensburg nach wie vor einen Imagegewinn durch die Purendure-Veranstaltung - und wenn ja, worin besteht dieser?
4. Thomas Tajsich sagt in dem Interview wörtlich: „Wir wollen die Mitteldistanz, die Stadt will sie.“ Sagt Tajsich in dem Interview die Wahrheit und wenn ja - warum hat die Stadt ihre Haltung hier geändert, worin besteht der Gewinn für die Stadt und entspricht dies dem  Vertragsinhalt?
5. Wann hätten Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer und Sportreferent Hage den Stadtrat über die Änderung, dass die Purendure künftig eine Mitteldistanz anbieten wird, informiert?
6. Wie beurteilt die Stadt Regensburg das Vorgehen des Veranstalters, zweimal eine Europameisterschaft anzukündigen, für die er bis heute keinen Vertrag hat?
7. Befürchtet das Sportamt eine direkte Konkurrenz zur ehrenamtlich ausgerichteten Tristar?