Regensburg, 25.07.2016

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die CSU-Stadtratsfraktion stellt folgenden Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt, dafür Sorge zu tragen, dass im Spiel Pokémon Go unangemessene Orte in Regensburg, wie z. B. Museen, Kirchen, die Synagoge, Moscheen und Gedenkstätten sowie gefährliche Orte in Regensburg durch den Spieleentwickler entfernt werden.

Begründung:

Auf Straßen, Gehwegen und Parks kann man zurzeit vor allem Jugendliche beobachten, die gespannt auf ihr Smartphone blicken und in den Augen Außenstehender ziellos umherirren. Der neue Spiele-Hit „Pokémon Go“ lässt seine Nutzer Monster, die sogenannten Pokémons jagen. Und dabei macht diese App auch nicht vor sensiblen Orten halt.

Der Spieler sieht mit Hilfe der Kamera seines Smartphones die reale Umgebung auf seinem Display und mit Hilfe des Satelliten-Navigationssystem GPS werden in dessen Umgebung Pokémons, Pokéstops u. ä. eingeblendet. Die Standorte dieser virtuellen Wesen und Plätze in der realen Welt werden durch Algorithmen automatisch berechnet.

Laut Homepage des Herstellers Niantic Inc. befinden sich Pokéstops „am meisten an bekannten Schauplätzen, wie beispielsweise öffentlichen Kunstobjekten, Sehenswürdigkeiten und Denkmälern.“

Dabei macht das Spiel auch vor sensiblen Orten nicht halt. So wurde lt. New York Times einem Spieler ein Pokémon auf dem Gelände des NS-Vernichtungslagers Auschwitz angezeigt. Ebenso wurde das Holocaust Memorial Museum in Washington D. C. zum Fundort dieser virtuellen Monster.

Deshalb soll nach Ansicht der CSU Fraktion die Verwaltung beauftragt werden, dem Spielehersteller Niantic Inc. GPS-Daten von sensiblen Orten, wie z. B. Gotteshäuser, Friedhöfe, Museen und Gedenkstätten, und besonderen Gefahrenstellen in Regensburg zu melden, damit diese aus der Datenbank des Spiels gelöscht werden.

Grundsätzlich ist jedes Spiel zu unterstützen, das Jugendliche dazu bringt, sich an der frischen Luft zu bewegen. So müssen die Spieler im Freien auf der Suche nach den Pokémons oft einige Kilometer zurücklegen. Gleichzeitig soll aber gerade sensiblen Orten und Einrichtungen mit dem entsprechenden Respekt begegnet und dort auf die Monsterjagd, auch zukünftig, verzichtet werden.


Mit freundlichen Grüßen      Initiative:

Hermann Vanino                 Markus Jobst
Fraktionsvorsitzender          Stadtrat
Stadtrat