Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

die CSU-Stadtratsfraktion stellt folgenden

Antrag:
Die Verwaltung wird aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, wie die Stadt Regensburg dazu beitragen kann, damit Vögel und Insekten geschützt werden. Weiter wird beantragt, dass in einem ersten Schritt an den Grünstreifen an Straßen und auf weiteren geeigneten Grünflächen in Parks etc. blühende Wildblumenwiesen angelegt werden.

Begründung:
Wissenschaftler, Umweltbehörden und -verbände warnen weltweit vor einem Insektensterben. Langzeiterhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten ergaben, dass die Biomasse aller Fluginsekten zwischen 1989 und 2016 um mehr als 76% zurückgegangen ist. Die Auswirkungen eines massiven Sterbens von Bienen und anderen Bestäubern kann man bereits in China beobachten: Hier muss auf Obstplantagen mangels Bienen die Bestäubung von Apfel- und anderen Bäumen von Menschen per Hand vorgenommen werden. In anderen Ländern ziehen Imker mit mobilen Bienenstöcken umher und lassen sich für die Bestäubungsleistung ihrer Bienen bezahlen, da es an wildlebenden Insekten mangelt.

Aber das Insektensterben betrifft nicht nur die Bestäuber und damit alle Pflanzen, die davon abhängig sind, sondern auch viele Vögel, die direkt vom Schwund ihrer Beute, z. B. von Wespen, Bienen, Motten und Schmetterlingen betroffen sind. So ist ein Grund für das Vogelsterben bzw. den Rückgang vieler Vogelarten, dass immer weniger Insekten als wichtige Nahrungsquelle vorhanden sind.

Bei Allerweltsvögeln wie Haussperling, Wintergoldhähnchen, Star und Buchfink gingen die Bestände teilweise drastisch zurück, der Spatz, ein Charaktervogel der Bayerischen Biergärten ist heute vom Aussterben bedroht.

Ein weiterer Grund für das Vogelsterben sind auch fehlende Brutplätze. Nicht jeder Vogel bevorzugt das klassische Vogelhäuschen. Der Spatz z. B. nistet bevorzugt in Gebäudenischen. In Zeiten von Gebäudesanierungen und energetischer Bauweise gehen solche Plätze verloren.

Deshalb fordern wir, dass in einem ersten Schritt geeignete Grünflächen, wie Seitenstreifen oder abgelegene Wiesen in Parks und Grünanlagen und andere artenarmen Rasenflächen in  artenreiche Wildblumenwiesen umgewandelt werden.

In einem weiteren Schritt soll von der Verwaltung der Stadt Regensburg ein Konzept erarbeitet werden, wie u. a. entsprechende Nistmöglichkeiten für Vögel (Nischen, Totholz, Gebüsch etc.) und weitere Lebensräume für Insekten geschaffen und erhalten werden können.


Mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Josef Zimmermann 
CSU-Fraktionsvorsitzender
Stadtrat   


Initiative:
    
Markus Jobst
Stadtrat