Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

mit obigem Schreiben teilen Sie mit, dass eine Ausstattung der Haltestelle Hornstraße mit einer Sitzmöglichkeit wegen der sehr schwachen Nutzung nicht vorgesehen sei.

Wir bitten Sie, in Ihrer Eigenschaft als Sozialbürgermeisterin, diese Entscheidung nochmals zu überdenken und bei der RVB darauf hinzuwirken, die Haltestelle dennoch mit einer Bank auszustatten.

Man sollte hier unserer Meinung nach nicht nur den Durchschnitt der Nutzung errechnen, sondern auch berücksichtigen, dass an Feiertagen wie Allerheiligen oder bei Veranstaltungen von Sozialverbänden oder des Seniorenbeirats im Sportclub das Fahrgastaufkommen zunimmt und damit eine Sitzgelegenheit – gerade bei winterlichen Verhältnissen - dringend benötigt wird.
Wir schätzen Ihre positive Haltung in der Öffentlichkeit, die auf Inklusion und ein selbstbestimmtes Leben im Alter ausgerichtet ist.

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen unabhängig von Behinderung oder sonstiger Benachteiligung möglichst uneingeschränkt an den Angeboten der Gesellschaft teilhaben können. Unter diesem neuen Leitbild muss sich nicht mehr der benachteiligte Mensch nach den Bedürfnissen der Gesellschaft richten. Vielmehr hat die Gesellschaft den Anspruch, ihre Strukturen der individuellen Situation benachteiligter Menschen anzupassen und sie erst gar nicht auszugrenzen.

Diese Gefahr besteht aber bei der Ablehnung einer Bank in der Hornstraße für Behinderte und Senioren – und sei dies auch nur bei einer geringen Zahl von Betroffenen, die auf den Bus warten oder einfach nur mal kurz verschnaufen wollen bei ihrem Gang zum Unteren Katholischen Friedhof.

Es ist nicht maßgebend, wie viele eine Bank im Endeffekt benutzen, sondern dass eine vorhanden ist.

Sollte der RVB die notwendigen Kosten nicht aufbringen können; unsere nach wie vor boomende Stadt Regensburg würde durch eine Kostenübernahme sicher nicht extrem nachhaltig finanziell belastet werden und unsere älteren und behinderten Mitbürger würden es Ihnen danken.


Mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Josef Zimmermann
Fraktionsvorsitzender / Stadtrat


Initiative:

Hans Renter      
Stadtrat 

Dagmar Schmidl
Stadträtin

Dr. Armin Gugau
Stadtrat


Ihr Schreiben vom 06.04.2017, D 1/Amt10/KA