Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

im Juli 2016 brachte die Stadt Regensburg die Kampagne „Coffee to go again“ nach Regensburg und stattete die ersten teilnehmenden Geschäften Thermosbecher mit dem Logo der Stadt Regensburg aus. Während auf der Seite der Stadt Regensburg noch 16 beteiligte Cafés, hauptsächlich aus der Altstadt bzw. altstadtnah, aufgezählt werden (siehe Bild 1), werden auf der Homepage der Kampagne „Coffee to go again“ nur sechs Teilnehmer aus Regensburg aufgeführt (siehe Bild 2).

Auch weitere Projekte, die in Regensburg mit dem Ziel eingeführt wurden, die Einwegbecherflut zu stoppen, sind etwas aus dem Blickfeld verschwunden:
Bei „KeepCup on Campus“ beteiligen sich zumindest lt. Mittelbayerischer Zeitung neun Cafés (siehe Bild 3), während der letzte Facebook-Artikel mittlerweile aus dem Jahr 2016 stammt (siehe Bild 4). Seit April 2018 startete das Münchner Projekt „Recup“ in Regensburg. Seitdem haben sich sechs Cafés angeschlossen (siehe Bild 5). Aber auch hier zeichnet sich ab, dass sich auch diese Kampagne vor allem auf den Bereich der Altstadt begrenzen wird.

Getränke zum Mitnehmen, gerade in Einwegbechern, sind in einer jungen und von Touristen viel besuchten Stadt sehr beliebt. Die dadurch entstehenden Müllmengen sind enorm; die Zahl der Einwegbecher hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdreifacht auf heute fast drei Milliarden im Jahr. Die leeren Becher wiegen mehr als 110.000 Tonnen (SZ 2./3. Juni 2018). Jedoch wird dieser Abfall selten im sog. gelben Sack entsorgt und damit der Wiederverwertung zugeführt, sondern bestenfalls in öffentlichen Mülleimern. Neben der steigenden Vermüllung v. a. der Innenstädte wird durch den wachsenden Verbrauch von Einwegbechern so auch der Einsatz der Ressourcen zum Problem, die dann meist in der Müllverbrennung unwiederbringlich entsorgt werden.

Um diesen Problemen auch in Regensburg weiter entgegenwirken zu können, bitten wir um die Beantwortung der nachfolgenden Fragen:
- Können Sie einschätzen, wie viele Einwegbecher in Regensburg jährlich in Umlauf gebracht bzw. wie viele Getränke (vermutlich hauptsächlich Kaffee) werden in Einwegbechern ausgeschenkt/verkauft werden?
- Im Gegensatz dazu: Wie viele Mehrwegbecher werden im Rahmen eines der vorgenannten Projekte pro Jahr in Umlauf gebracht bzw. wie viele Getränke (vermutlich hauptsächlich Kaffee) werden in Mehrwegbechern im Rahmen eines der vorgenannten Projekte ausgeschenkt/verkauft?
- Wie sieht die Entwicklung bei der Ausgabe von Einweg- bzw. von Mehrwegbachern aus?
- Wie können eventuell die bereits vorhandenen, unterschiedlichen Konzepte zusammengeführt werden, um hier Kräfte bündeln zu können.
- Wie kann für Cafés etc. ein Anreiz geschaffen werden, an einem dieser Projekte bzw. eventuell an einem gemeinsamen übergreifenden Projekt teilzunehmen? Auch Cafés außerhalb der Altstadt sollten hierfür gewonnen werden.

Wir regen daher an, durch die Verwaltung ein entsprechendes übergreifendes Konzept auszuarbeiten, um die derzeit vorhandenen Projekte zur Reduzierung des Einsatzes von Einwegbechern zusammenzuführen und um mehr Teilnehmer, auch außerhalb der Altstadt gewinnen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Josef Zimmermann
CSU-Fraktionsvorsitzender
Stadtrat


Benedikt Suttner
ÖDP-Fraktionsvorsitzender
Stadtrat

 


Initiative:

Astrid Lamby
Stadträtin (ödp)

Markus Jobst
Stadtrat (CSU)

 

https://www.regensburg.de/leben/umwelt/klasse-klima-nachhaltig-leben/abfall-vermeiden/reparieren/aktion-mehrweg-kaffeebecher

https://coffee-to-go-again.de/