Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

die CSU-Stadtratsfraktion befasst sich derzeit intensiv mit der Gesamtsituation der Kindertagesbetreuung in Regensburg.

Dabei stellen sich uns folgende Fragen:

 Gibt es einen Überblick, wie viele Plätze in Kindertagesstätten (Krabbelgruppen, Krippen, Kindergärten, altersgeöffneten Kindergärten, Horten, Kinderhäusern, alternativen Angebote) und Tagespflege für die Kinder in den Altersgruppen 0- 3, 3 – 6, 6- 12 im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung stehen?

 Wie hoch ist die jeweilige Bedarfsquote und wie unterscheidet sich im Vergleich dazu die tatsächliche Besuchsquote?

 Welche Bedarfsschätzungen/Prognosen werden den Planungen für die jeweiligen Altersgruppen zugrunde gelegt? Gibt es in nächster Zeit eine Anpassung der Bedarfsberechnungen vor allem im Krippenbereich?

 Wie viele Plätze mit barrierefreiem Zugang und wie viele integrative Plätze gibt es?

 Wie viele inkludierte Einrichtungen bieten eine Kombination aus beiden Bereichen an?

 In welchen Stadtteilen besteht Ausbaubedarf und in welcher Zeitschiene sollen fehlende Platzangebote kompensiert werden? Wie viele Kinder stehen derzeit auf Wartelisten? Wo ist die Not am größten?

 Welches Instrumentarium steht dem Amt für Tagesbetreuung von Kindern außer dem Kindergartenportal bzw. der Stadtverwaltung generell zur Verfügung, um eine bedarfsgerechte Angebotspalette solide zu planen und auszubauen?

 Ist beabsichtigt, für alle Formen und Arten der Kindertagesbetreuung und für alle Altersgruppen ein Gesamtkonzept zu entwickeln und gemeinsam, vor allem mit dem Bildungspartner Schule, eine zukunftsorientierte Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungslandschaft zu gestalten?

 Welche Planungsprozesse bzw. einzelnen Schritte wurden zur Verwirklichung der Zielsetzung und des Zweckes eingeleitet? Gibt es eine Zeitschiene?

 Besteht außer der materiell-rechtlichen „Benutzungs-Satzung“ der Stadt tatsächlich ein qualitätsgesichertes, klares und für Eltern/Bewerber transparentes Vergabesystem, damit auch alle frei gemeldeten Plätze nach bekannten, sachgerechten und vor allem nachvollziehbaren Kriterien unter den Bewerbern fair vergeben werden? Erwerbsarbeit, Alleinerziehend, Studium, Geschwisterkinder, Inklusion können solche Kriterien sein. Sicherlich spielen auch Wohn- und Arbeitsplatznähe, Schulsprengel und  soziale Aspekte eine Rolle.

 Wie setzt sich die Finanzierung zusammen?

 Welche Anteile übernehmen Bund, Land, und die Stadt. Gibt es einen Überblick bzgl. Gesamtausgaben: Investitions-, Sach- und Personalkosten?

 Wann ist mit einer Aktualisierung der Gebühren-Satzung zu rechnen?

 Ist geplant die Gebührenstaffelung zu ändern oder sogar denkbar schrittweise in eine Beitrags-/Kostenfreiheit einzusteigen? Welche Gründe gibt es aus Sicht der Fachebene Pro und Contra Kostenfreiheit?

 Warum sind vor allem die Krippen-Beiträge vergleichsweise zu anderen Städten so hoch, sowohl bei den städtischen wie bei den Kitas in freier wie privater Trägerschaft? Der Personalschlüssel wird entsprechend der Richtlinien nicht höher als in anderen Städten sein. Ist ein interkommunaler Vergleich möglich?

 Wie viele Flüchtlingskinder sind in den letzten Jahren nach Regensburg gekommen? Wie häufig besuchen solche Kinder überhaupt eine Kindertagesstätte?

 Inwieweit gibt es bei der Nutzung von Kitas lokale Unterschiede in den Stadtteilen?

 Kinder von Geflüchteten sind häufig traumatisiert und sprechen kaum Deutsch. Ist eine normale Integration in eine Kita unter diesen Umständen überhaupt möglich?

Eine ausreichende, bedarfsgerechte, qualifizierte Kindertagesbetreuung hat für die CSU einen enorm hohen Stellenwert. Nachdem das Thema sehr aktuell ist und Regensburgs Bevölkerung weiter wachsen wird, muss zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit von Regensburg ein großes Augenmerk auf die Kindertagesbetreuung gerichtet werden.
Deshalb bitten wir die Verwaltung um Beantwortung unserer Fragen.


Mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Josef Zimmermann
Fraktionsvorsitzender
Stadtrat


Initiative:


Bernadette Dechant  
Stadträtin 

Ellen Bogner
Stadträtin

Jürgen Eberwein
Stadtrat

Markus Jobst
Stadtrat