Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

das Angebot von bezahlbaren Wohnungen in unserer Stadt ist auch ein wichtiger Baustein zur Integration von anerkannten Asylbewerbern und Flüchtlingen. Wenn Asylbewerber oder Flüchtlinge anerkannt sind, sollen beziehungsweise müssen sie ihre zugewiesenen staatlichen Unterkünfte verlassen. Sie sollten eigentlich eine eigene Wohnung beziehen, kommen aufgrund der misslichen Situation auf dem Regensburger Wohnungsmarkt aber selten zum Zuge.

Um ihnen eine Unterkunft zu bieten und sie menschenwürdig zu betreuen, sind die Stadtverwaltung und vor allem die ehrenamtlichen Helfer bis an ihre Grenzen gefordert. Viele dieser Menschen bleiben folgegemäß derzeit in den staatlichen Unterkünften, da ihnen sonst die Obdachlosigkeit droht. Das ist kein Zustand auf Dauer, denn die staatlichen Unterkünfte müssen für Neuankömmlinge gewappnet sein. Auf Notunterkünfte sollte man in Regensburg künftig verzichten. In der Stadt Regensburg gibt es aktuell rund 200 dieser sogenannten Fehlbeleger. Damit stehen nicht nur die Wohnungssuchenden vor einer großen Herausforderung, sondern auch die Kommunen selbst, da sie für die Unterbringung von Obdachlosen verantwortlich sind.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, haben sich in verschiedenen bayerischen Kommunen spezielle Wohnraumberater oder Wohnungsbörsen für diese Zielgruppe etabliert. Zum Teil werden sie bei einem freien Träger betrieben und von der zuständigen Kommune bezuschusst oder sie sind direkt bei der Stadtverwaltung angesiedelt. Zum Teil übernehmen die vom Freistaat Bayern geförderten „Integrationslotsen“ diese Aufgabe mit. Regensburg hat auf diese Förderung allerdings verzichtet.

Diese Stellen erfassen leerstehenden oder freistehenden kommunalen oder privatwirtschaftlichen Wohnraum oder neu zu vermietende Wohnungen, nehmen Kontakt mit den Vermietern auf und vermitteln die Wohnung an die anerkannten Asylbewerber bzw. schutzberechtigten Flüchtlinge.

In der Regensburg App „Integreat“ werden Flüchtlinge zur Wohnungssuche allgemein aufgeklärt und relativ unübersichtlich an diverse Sozialleistungsträger und andere Stellen verwiesen. Ein Gegenstück, nämlich eine koordinierende Stelle die sich aktiv und kompakt um die Akquise und Vermittlung von passendem Wohnraum kümmert, findet sich jedenfalls nicht in diesem Informationsangebot.

Wenn die Stadt schon beim Bau von bezahlbaren Wohnungen hinterherhinkt, ist wenigstens ein solches Konzept erfolgversprechend. Ich darf Sie um Stellungnahme bitten, ob es in Regensburg eine solche einschlägige Stelle gibt? Ressortiert diese wichtige Aufgabe gegebenenfalls in der Abteilung für Willkommenskultur und Integration? Falls nein, welche Organisationseinheit kümmert sich ansonsten beispielsweise darum, dass aufgeschlossene Vermieter qualifizierte Informationen, zu den Rahmenbedingen für die Vermietung an diesen Personenkreis erhalten und finden sie möglicherweise online weitere ausführliche Informationen und Formblätter zur Einstellung ihres Mietangebotes?


Mit freundlichen Grüßen


Dr.-Ing. Josef Zimmermann
Fraktionsvorsitzender
Stadtrat

 

Initiative:

Bernadette Dechant       
Stadträtin 

Christian Schlegl
Stadtrat

Jürgen Eberwein
Stadtrat